Was brauche ich im Wochenbett wirklich?

Die Geburt ist geschafft – und jetzt?

Als Doula werde ich diese Frage fast in jeder Begleitung gefragt. Und ich kann gut verstehen, warum. Kaum beginnt die Schwangerschaft, bekommt man von allen Seiten Empfehlungen: Diese Creme brauchst du unbedingt. Ohne dieses Kissen geht es nicht. Diese Flaschen musst du kaufen.

Die Listen werden immer länger und viele Frauen fühlen sich dadurch eher verunsichert als unterstützt. Dabei ist meine Antwort oft ganz einfach:

Du brauchst nicht möglichst viele Produkte. Du brauchst Dinge, die dir in dieser besonderen Zeit wirklich guttun.

Das Wochenbett ist keine Zeit, in der du funktionieren musst. Dein Körper leistet nach der Geburt Erstaunliches. Er heilt, stellt sich hormonell um und versorgt, wenn du stillst – gleichzeitig dein Baby. Auch emotional verändert sich in diesen Tagen unglaublich viel.

Deshalb wünsche ich mir, dass Frauen das Wochenbett nicht als etwas sehen, das man „übersteht“, sondern als eine wertvolle Zeit des Ankommens.

In meiner Arbeit als Doula habe ich Familien begleitet. Dabei gibt es einige Produkte, die immer wieder als hilfreich empfunden werden. Genau diese möchte ich dir heute vorstellen.

 

Für deine Regeneration nach der Geburt: 

  • Nach einer vaginalen Geburt kann die Intimhygiene anfangs unangenehm sein. Viele Frauen empfinden eine Podusche als sanfter und angenehmer als das Abtupfen mit Toilettenpapier.
  • Wocjenbettvorlagen sind saugstärker als normale Binden und speziell für den Wochenfluss geeignet.
  • Netzhosen sitzen locker, drücken nicht auf empfindliche Stellen und halten Wochenbettvorlagen sicher an ihrem Platz.

Alles rund ums Stillen

  • Stillkissen sind nicht nur zum Stillen da. Viele Mamas nutzen sie auch zum Schlafen, Kuscheln oder zur Entlastung des Rückens.
  • Gerade in den ersten Tagen kann Milch auslaufen. Stilleinlagen helfen dabei, Kleidung trocken zu halten.

  • Viele Frauen empfinden eine pflegende Brustwarzensalbe in den ersten Tagen als angenehm.
  • Manche Mütter berichten, dass Silberhütchen empfindliche Brustwarzen entlasten können. Ob sie für dich sinnvoll sind, hängt von deiner individuellen Situation ab.

  • Kühlende Brustgelpads können bei empfindlichen oder gereizten Brustwarzen als angenehm empfunden werden.

Falls du abpumpen oder zufüttern möchtest

  • Nicht jede Mutter benötigt eine Milchpumpe. Es gibt jedoch Situationen, in denen sie eine wertvolle Unterstützung sein kann – zum Beispiel, wenn du deine Milch aufbewahren möchtest, dein Baby vorübergehend nicht effektiv trinken kann oder eine andere Bezugsperson eine Mahlzeit übernehmen soll. Welche Milchpumpe für dich geeignet ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Lass dich hierzu gerne von deiner Hebamme oder einer Stillberaterin beraten.
  • Wenn du abpumpen, zufüttern oder dein Baby gelegentlich von einer anderen Bezugsperson füttern lassen möchtest, kann es hilfreich sein, bereits ein oder zwei Babyflaschen zu Hause zu haben. Du musst dich vor der Geburt nicht für ein ganzes Flaschensystem entscheiden. Oft zeigt sich erst nach der Geburt, was für dich und dein Baby gut funktioniert.

  • Ein Flaschenwärmer ist kein Muss. Manche Familien empfinden ihn jedoch im Alltag als praktisch, da sich abgepumpte Muttermilch oder Flaschennahrung schonend und gleichmäßig erwärmen lässt. Ob du einen Flaschenwärmer wirklich brauchst, hängt ganz von eurem Alltag und euren individuellen Bedürfnissen ab.

Kleine Helfer mit großer Wirkung

  • Gerade während der Stillzeit vergessen viele Mamas, ausreichend zu trinken. Eine große Trinkflasche in Reichweite kann daran erinnern.
  • Ein warmes Stilllicht kann nächtliches Stillen oder Wickeln angenehmer machen, ohne dein Baby unnötig aufzuwecken.

Du brauchst nicht alles. Und genau das möchte ich dir mitgeben. Lass dich nicht von endlosen Listen im Internet verunsichern. Nicht jedes Produkt ist für jede Frau sinnvoll. Überlege dir stattdessen:

Erleichtert mir dieses Produkt meinen Alltag?

Wenn die Antwort Ja lautet, dann kann es eine gute Investition sein.

Mein persönlicher Rat als Doula:
Ich wünsche mir, dass Frauen das Wochenbett nicht als Zeit erleben, in der sie wieder funktionieren müssen. Sondern als eine Zeit

  • der Heilung
  • des Kennenlernens und
  • voller Nähe

Die schönsten Erinnerungen entstehen nicht durch die perfekte Ausstattung, sondern durch das Gefühl, gut begleitet und gut versorgt zu sein.

Wenn du dir für Schwangerschaft, Geburt oder Wochenbett eine einfühlsame Begleitung wünschst, freue ich mich darauf, dich kennenzulernen.

 

Herzlich,

Deine Doula Vanessa