Es fühlt sich an, als hättest du dein Baby erst gestern das erste Mal im Arm gehalten, und plötzlich folgt der kleine Blick jedem deiner Bissen am Esstisch. Die Hand greift nach deinem Apfel, der Mund macht Kaubewegungen, die Beikostzeit steht vor der Tür!
Egal, ob du dich für den klassischen Babybrei entscheidest oder den Weg des „Baby-Led Weaning“ (breifreie Beikost) wählst: Dieser neue Lebensabschnitt im ersten Jahr ist unglaublich spannend, aber eben oft auch eine ziemlich schmierige Angelegenheit. Wenn man im Internet nach Tipps sucht, verliert man sich schnell zwischen komplizierten Ernährungsplänen und unzähligen Gadgets, die man angeblich alle kaufen muss.
Ich möchte heute ein bisschen Druck aus dem Thema nehmen. Aus meiner täglichen Praxis als Doula und ganz besonders aus meinem eigenen Alltag als dreifache Mama weiß ich nämlich: Ihr braucht keine teuren Hightech-Küchenmaschinen oder zwanzig verschiedene Spezial-Schüsselchen. Ich habe dieses Abenteuer selbst schon dreimal durchlebt, von der totalen Verweigerung des allerersten Löffels bis hin zum fröhlichen Matschen mit den Händen.
Über die Jahre haben sich bei meinen eigenen drei Kindern und in meinen betreuten Familien vier Dinge herauskristallisiert, die am Esstisch wirklich jede Menge Nerven und Putzzeit sparen.
Ein Stuhl, bei dem die Füße ankommen
Wenn wir Erwachsenen auf einem Barhocker sitzen, bei dem die Beine in der Luft baumeln, machten wir automatisch nach einer Weile den Rücken krumm oder werden unruhig. Babys geht es ganz genauso. Für ein sicheres Schlucken und entspanntes Kauen brauchen die Kleinen festen Boden unter den Füßen.
Achte beim Kauf eines Hochstuhls deshalb unbedingt auf eine flexibel verstellbare Fußstütze. Mein absoluter Favorit, der hier schon drei Kindergenerationen überlebt hat, ist der Tripp Trapp von Stokke. Er wächst vom Baby- bis zum Schulalter mit und sorgt dafür, dass das Kind immer in der perfekten ergonomischen Position am Familientisch sitzt.
Abschied von den niedlichen Stofflätzchen
Die kleinen, süßen Baumwolllätzchen aus den ersten Monaten kannst du für die Beikost getrost im Schrank lassen. Spätestens wenn die erste Pastinake oder Kürbis eigenständig mit den Händen erkundet wird, gleicht das Kind (und der Body darunter) einem kleinen Kunstwerk.
Ich habe bei meinen Kindern relativ schnell auf sogenannte Ärmellätzchen umgestellt. Sie funktionieren wie ein kleiner Malkittel und schützen den kompletten Oberkörper inklusive der Ärmel. Ein riesiger Pluspunkt im Alltag: Wähle ein beschichtetes, abwischbares Material oder weiches Silikon. Du musst das Lätzchen nach dem Essen nicht in die Waschmaschine stecken, sondern wischst es einfach kurz unter fließendem Wasser ab. In fünf Minuten ist es trocken für die nächste Mahlzeit.
Der Trick mit dem Saugnapf
Babys erforschen die Welt durch die Schwerkraft. Es ist keine böse Absicht, sondern pure Neugier, wenn der Teller samt Brei fliegen lernt. Das Kind möchte einfach sehen, was beim Herunterfallen passiert. Um deine eigenen Nerven und den Fußboden zu schonen, sind Kinderteller und Schüsseln aus Silikon mit einem starken Saugnapf an der Unterseite ein absoluter Gamechanger.
Sie saugen sich auf dem Tisch oder dem Stuhltablett fest, sodass das Baby den Löffel oder die Bananenstücke greifen kann, ohne dass das Geschirr ständig wegrutscht. Silikon hat zudem den Vorteil, dass es absolut bruchsicher und geräuschlos ist und problemlos in die Spülmaschine darf.
Sanft zum empfindlichen Zahnfleisch
Die Koordination von Hand zu Mund ist für dein Baby echte Schwerstarbeit. Herkömmliche Plastiklöffel sind oft zu tief oder haben harte Kanten, die am empfindlichen Zahnfleisch wehtun können, besonders, wenn im ersten Jahr parallel die ersten Zähnchen einschießen.
Wir haben damals mit ganz schmalen, flachen Löffeln aus weichem Silikon gestartet.
Was ich dir mit auf den Weg geben möchte
Der Beikoststart ist kein Wettrennen und kein Pflichtprogramm. Jedes Baby hat sein ganz eigenes Tempo. Die einen essen mit sechs Monaten schon ganze Portionen mit, die anderen probieren mit zehn Monaten immer noch nur klitzekleine Häppchen. Das Wort heißt schließlich Beikost und nicht Anstattkost. Nimm den Druck raus, schafft euch einen gemütlichen Platz am Tisch, lasst euer Baby ruhig matschen und genießt diese spannende neue Entdeckungsreise!
Guten Appetit und viel Spaß beim gemeinsamen Kleckern
Deine Doula Vanessa